Elektroinstallation bei der Sanierung: wann sich ein Komplettaustausch lohnt
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Kurz zusammengefasst
- Ein Komplettaustausch lohnt sich vor allem, wenn die Leitungen veraltet sind, etwa Aluminiumleitung, oder der Verteilerkasten der heutigen Last nicht mehr gewachsen ist.
- Fehlender oder unvollständiger Potentialausgleich erfordert meist ebenfalls eine vollständige Prüfung und oft einen Austausch.
- Ein teilweiser Austausch kann ausreichen, wenn die Installation insgesamt in gutem Zustand ist und nur einzelne Stromkreise veraltet sind oder erweitert werden müssen.
- Die richtige Antwort liefert immer das Aufmaß vor Ort, eine Ferndiagnose ist nicht möglich.
Teilweiser Austausch oder Komplettsanierung: was entscheidet?
Die Antwort hängt immer vom Zustand der vorhandenen Installation ab, nicht allein vom Alter der Immobilie. Die Elektroinstallation einer 30 Jahre alten Wohnung kann in gutem Zustand sein, während eine neuere, aber unsachgemäß erweiterte Installation größere Probleme verbergen kann. Vier Faktoren helfen bei der Entscheidung.
Veraltete Leitungen
Aluminiumleitungen, die in vielen in den 1970er- und 1980er-Jahren errichteten Immobilien verbaut wurden, entsprechen den heutigen Lastanforderungen nicht mehr und werden mit der Zeit spröde, was ein Zuverlässigkeitsrisiko darstellt. Findet das Aufmaß Aluminiumleitungen oder jahrzehntealte Kupferleitungen mit verschlissener Isolierung, spricht das in der Regel für einen Komplettaustausch.
Zustand des Verteilerkastens
Wenn der Verteilerkasten der Last eines modernen Haushalts (mehrere Elektrogeräte, Klimaanlage, Induktionsherd) nicht mehr gewachsen ist oder nicht der aktuellen Norm entspricht, rechtfertigt das für sich genommen bereits eine Erweiterung oder einen Austausch, selbst wenn die Leitungen ansonsten in ordentlichem Zustand sind.
Potentialausgleich
Ein fehlender oder unvollständiger Potentialausgleich stellt ein ernstes Sicherheitsrisiko dar. Stellt das Aufmaß fest, dass er fehlt oder unvollständig ist, geht seine Nachrüstung fast immer mit einer umfassenderen Prüfung und oft auch einem Austausch eines größeren Teils der Installation einher.
Geplante Lasterhöhung
Wer neben der Sanierung auch ein Smart-Home-System, eine Wallbox für ein Elektroauto oder ein anderes, deutlich lastintensives Gerät plant, sollte dies bereits bei der Planung der Elektroinstallation angeben. In solchen Fällen lohnt es sich häufig, gleich einen größeren Teil der Installation in einem Zug zu sanieren, statt frisch fertiggestellte Wände später erneut aufzustemmen.
Auf welche Anzeichen sollte man achten?
Häufig auslösende Sicherungen, warme Steckdosen oder Schalter, flackerndes Licht sowie sichtbar gealterte Leitungsisolierung sind allesamt Anzeichen, bei denen sich die Einbindung einer Fachkraft lohnt, idealerweise schon in der Planungsphase einer Sanierung.
Wie läuft das Aufmaß ab?
Beim Aufmaß vor Ort werden Art und Zustand der Leitungen, der Verteilerkasten, der Zählerplatz und das Vorhandensein des Potentialausgleichs geprüft. Daraus entsteht der detaillierte technische Plan und das Angebot, das eindeutig zeigt, ob ein teilweiser oder vollständiger Austausch nötig ist und wie groß dessen Umfang genau ausfällt.
Häufige Missverständnisse
Viele gehen davon aus, dass die Installation in Ordnung sein muss, wenn Beleuchtung und Steckdosen scheinbar gut funktionieren. Ein fehlender Potentialausgleich oder eine gealterte Leitung können lange symptomfrei bleiben, bevor ein ernsteres Problem auftritt. Ein weiteres Missverständnis ist, dass bei einer Sanierung immer ein Komplettaustausch nötig ist. Tatsächlich reicht oft der gezielte Austausch der kritischen Punkte, Verteilerkasten, Potentialausgleich, veraltete Stromkreise, wenn der Rest der Installation in gutem Zustand ist.